Malediven Bonaire Australien Sipadan Mexico Andere...

Sipadan

BORNEO / MALAYSIA

Leider muss ich diesen Bericht ein weinig umschreiben, und zwar in die Vergangenheitsform. Durch die unten erwähnte Vetterliwirtschaft wurde Sipadan so stark belastet, dass die Insel kurzerhand geschlossen werden musste, damit sie sich von den Touristen erholen kann.

Achtung: Es werden weiterhin Inseln mit dem Teil-Namen Sipadan in Malaysia angeboten. Diese sind wohl in der Nähe, jedoch praktisch ein Teil des Festlands und viel grösser und schon gar nicht vergleichbar mit dem originalen Sipadan. 

Es war 1994 als Peter und ich eigentlich einen ganz simplen Tauchurlaub buchen wollten. Ein Prospekt der uns in die Hände fiel bot uns Sipadan für pauschal Fr. 3500.-- inkl. Vollpension und Tauchen an. Das war der Anfang einer faszinierenden Reise.

Sipadan war das absolute Tauchparadies. Jeder angefressene Taucher nahm die Strapazen der langen zweieinhalb Tägigen Reise gerne in Kauf. Dazu flog man meist via Dubai, Kuala Lumpur nach Kota Kinabalu wo übernachtet wurde. Tags darauf ging es per Flugzeug nach Tawau, von dort zwei Stunden mit einem Bus durch den Dschungel und als Abschluss folgte noch eine einstündige Fahrt auf einem Schnellboot zur Insel (=Palau).

Sipadan liegt im Südosten des Malaysischen Teils von Borneo (Saba) und ist etwa so gross wie eine kleine Malediveninsel (15 Min. für eine Umrundung). Um die Insel liegt ein Ovales Riff, und darum nur noch 600 m Tiefe. Ein richtige Korallenturm mitten im Meer. Das und vieles mehr macht Sipadan auch so einzigartig.

Da Sipadan unter Naturschutz steht, werden sämtliche Tierarten gehegt und gepflegt. Somit war es die einzige Taucherinsel, auf der man jede Nacht Schildkröten beim Eierlegen beobachten konnte. Selbstverständlich ist auch die Unterwasserwelt ein einmaliges Erlebnis. Riffhaie, Kraken, Mantas, und mit etwas Glück trifft man auch Hammerhaie. Ganze Schwärme von Tunfischen, Barracudas und tausenden anderen Unterwassertieren waren tagtäglich anzutreffen.

Drei (oder mehr) Tauchbasen teilen sich die Versorgung der Taucher. Die ersten, grössten und vermutlich auch die besten waren die "Borneo Divers". Leider wurden die anderen zwei Basen durch Vetterliwirtschaft der Regierung ermöglicht und gefährdeten die gesamte Umwelt, durch das dass zu viele Taucher auf die Insel gebracht wurden. Die Bungalows waren sehr einfach, Toiletten und Duschen wurden gemeinsam benutzt und das Essen im Restaurant war sehr gut, allerdings auch sehr asiatisch.

 

Bild: Peter, mein Tauchpartner (rechts) und ich vor der Karte von Sipadan. So betrachtet sieht das Riff wie ein Schmetterlingsfisch und die Insel selbst wie ein kleiner Wal aus :-)

Die Tauch Ausrüstungen waren hervorragend. Es bestand die Möglichkeit sämtliches Material zu mieten. Selbstverständlich wurden Flaschen (int.) und Blei an alle Taucher abgegeben. Ebenfalls konnten Kurse absolviert werden. Die Divemasters waren sehr gut ausgebildet und manchmal auch recht hübsch.

Tauchen konnte man bis zu sechs (!) mal pro Tag. Dreimal regulär mit dem Boot, dann war es möglich einen Morgen-, einen Abend- und einen Nacht- Tauchgang zu tätigen. Die geschulten Taucher konnten in der 70 m langen Höhle unter der Insel zu tauchen, allerdings nur in Begleitung eines Diveguide.

Leider ist das alles vorbei. Ich bin glücklich zu jenen zu gehören, die einmal dort waren.

Wann und wenn überhaupt Sipadan wieder eröffnet werden soll steht in den Sternen. Das ist die andere Seite des Tauchtourismus, wenn skrupellose Geschäftsleute die Natur regelrecht überrollen. So jedenfalls die Version die ich aus Tauchkreisen vernommen habe.

Die gerade so tragische "offizielle" Version ist diese, dass die Insel nach der Entführung von Deutschen Touristen Ende 2004 geschlossen wurde. Es seien angeblich noch Tagesausflüge möglich. Ob auch getaucht werden darf weiss ich nicht. Da Sipadan strategisch ideal gelegen ist, würde es mich nicht wundern, wenn das Militär, das schon dort ist, die Insel ganz für sich reklamieren würde.

Bilder von Sipadan

Links

Das war einmal....

Google Earth Link

Sipadan (Wikipedia)